05.06.2004 Bamberg (Bootshaus) mit:












Bereits am Freitag gab es im K4 zu Nürnberg ein Konzert der Argies aus Argentinien.

Für mich sind ja Freitage immer ne harte Arbeit, irgendwie. Ich weiss auch nicht, Freitags helfen mir meine besten Vorsätze nix, da brennen mir immer die Alkoholischen Sicherungen durch... Naja, war ja auch ein gutes Konzert... Die Vorband 0815, ach nee, 86150 aus Augsburg (glaub ich), gefielen mir nicht so besonders. Alles ziemlich frickelig. Die Argies hatten da schon ein anderes Kaliber, mein lieber. Nicht zu Unrecht behaupten manche das sei Argentino-Clash. Straight rockig punkend aber hin und wieder auch mal leichte Ska Töne eingeknüpft. Ich mag im großen und ganzen keinen Ska, aber so lasse ich mir das auch schmecken. Wie das Bier, so dass sich meine Erinnerung höchst nebulös gestalten. Ich weiss nur noch das da am nächsten Tag ein paar Bilder auf der Kamera, oder innen drinnen, ja klar, waren, die ihr euch HIER:


ansehen könnt.

Samstag Vormittag gings dann mit belegter Zunge ab Richtung Bamberg. Gut das ich für sowas meinen Fahrdienst vom Herrn Mehdorn hab. Mit schweineteurer Bahncard 50 kommt man halt auch ohne Auto so ziemlich überall weit rum.

Bamberg ist übrigens ne total hübsche Stadt, all denen gesagt die da noch nicht waren, wie ich bis zu diesem Tag auch. Die schicke Altstadt ist gut erhalten,wenn auch hier und da etwas alt. Sie liegt auf einer Insel zwischen zwei Armen des örtlichen Rheins, hat viel Wasser, barocken Kitsch, Kirchen, Krokusse (mir fiel grad kein besseres K Wort mehr ein). Mein touristisches Programm musste ich dann aber wegen vorsätzlichem und langhanhaltendem Regen irgendwann doch einstellen, um mir ne Unterkunft zu suchen. Das sollte sich als recht sinnvoll erweisen, nicht nur weil trocken und ich ausschlafen konnte,sondern auch weil ich am Ende des Konzerts mit keiner Bahn der Welt wieder nach Nürnberg zurück gekommen wäre.

Das Konzert am Abend fand dann mitten im grünen Dschungel statt. Das war recht witzig als ich dort hin spaziert bin, denn eigentlich dachte ich das da die Welt gleich zu Ende ist. Das Bootshaus tauchte dann aber doch noch auf. Es liegt direkt am Wasser, was für ein Bootshaus, wie mir scheint, auch nicht die dümmste Idee ist. Anscheinend wird das Haus aber vorwiegend für andere Veranstaltungen genutzt, ich nehm mal nicht an das die diversen Pokale dort an den Wänden an Bands verliehen wurden. Weiss man aber nicht, wie wir noch sehen werden.

Das Konzert war nämlich wohl sowas wie ne Abschlußveranstaltung eines Fußballturniers. Das Publikum war zwar zahlreich, aber anscheinend war das dann doch mehr sowas wie Dorfdisco oder Party mit Bekannten. Nix gegen zu sagen, aber nicht nach meinem Geschmack. Oder die waren einfach noch vom Fußballspiel gar arg ausgelaugt, kann ja auch sein.

Gegen ziemlich spät, ich war aber auch schon total früh dort, wusste ja nicht ob ich das so leicht finde, betraten drei Herren die Bühne die anscheinend jeder ein Lied spielen können. Der dritte Herr hat sich das seinige aber freundlicherweise gekniffen, so das die Knülche nach nur zwei, mich etwas irritierenden Darbietungen, wieder runter waren von der Bühne.

Nach einiger weiteren Zeit, inzwischen war auch die Discokugel aus dem Partykeller der Eltern endlich funktionstüchtig und die Bandenwerbung des Veranstalters aufgehängt (sowas braucht ein Fußballfest), kamen dann die Lokalhelden der Panty Liners auf die selbige, die Bühne.

(Die „Qualität“ der Photos ist leider voll für`n Arsch, aber der Laden war auch übelst verraucht, also denkt euch einfach mal das ist Qualm)


Die Panty Liners hab ich mal als Vorband von irgendwem im Z-Bau gesehen. Damals fand ich die schon recht unterhaltsam, und sie sind nicht schlechter geworden (Vorallem was auch den Bühnenauftritt anbelangt).

Die Sängerin erinnert mich von ihrer Stimme her ja total an Jennifer Miro von den Nuns (und wenn ich das sage mein ich das als dickes Kompliment), ner Band nämlich die bei mir hoch im Kurs steht. Vom Outfit her aber wohl mehr an Becky Bondage (aber in jünger!!).


Gecovert ham sie die Avengers, aber zu dem Vergleich würd ich mich nicht unbedingt hineinreissen lassen wollen. Denn für Avengers war das ganze dann doch zu New Wave`elig, zu wenig gradausrockend. So einige der Songs fand ich zogen sich halt doch etwas dahin, da hätte man ruhig kürzer und mit mehr Schmackes kicken können. Aber die tauben Füße des Publikums hattens dann trotzdem nicht verdient. Denn das war nicht übel und ich hoffe doch die mal wieder hier in Nürnberg sehen zu können. Gute Live Band.

Etwas was man ja auch über die Battledykes schon öfter hören konnte.


Ich hatte die aber bis dahin noch nie live zu sehen gekriegt (genausowenig wie die Boonaraaas, weshalb ich ja auch extra nach Bamberg bin) und ich muss sagen das war`s wirklich wert.

Sieht man mal von den kleineren technischen Problemen am Anfang ab gab das die volle Punktzahl.


Witzig auch wie die Sängerin der Kampfleseben das Ganze absolviert hat. Wohl etwas genervt vom ruhigen Publikum (? dabei war das für fränkische Verhältnisse doch fast schon Ekstase) kam immer wieder mal die ein oder andere gehässige Bemerkung über den Abstand zwischen Publikum und Bühne auf. Naja, der Franke bleibt ja eher gelassen. Vor der Bühne „tobte“ dann auch hin und wieder, in immer größer werden Abständen (faules Pack) ein für meinen Geschmack zu heftiger „Pogo“. Wie üblich die paar Möchtegernobercoolen Rotarschaffen denen es eine Freude zu sein scheint den ganzen Rest des Publikums vertreiben zu wollen. Da vorne war nun wirklich genug Platz. Aber deswegen zogen sich halt immer mehr Leute im Publikum halt immer weiter in den rießigen Saal zurück. Dumm das.

Ich selbst bleib da ja immer auf meiner gewohnten Position Halblinks, mehr oder weniger regungslos, stehen. Beine mit festem Halt, Hände in die Hosentaschen, Bauch (oder was nach 5 Monaten Diät davon noch übrig ist) rausgestreckt, und gehofft das der ein oder andere Depp mal in meinem Ellbogen hängen bleibt. Ich vermute eh das die jungen Herren die da rumtobten nur deshalb so agressiv auftraten, weil sie vorher beim Fussball vermutlich auf der Erstazbank Platz nehmen mussten, ihr Versager, ihr.

Nunja, vielleicht ist so ein Getue ja im Wilden (Ruhrpott) Westen üblich, ich vermisse das normalerweise nicht. Für manche ist eben das lockerflockige, elegante Fussballenwippen Ausdruck höchster Begeisterung. Aber das soll ja auch jeder halten wie er will. Basta Ende und Aus.


Als dritte Band des Abends, leider woren die Reihen jetzt noch mehr gelichtet), kamen die Boonaraaas, aus auch da irgendwo da im Westen.




Aus der Konserve kenn ich die ja schon lange, aber auch so frisch vom Erzeuger dargeboten hat die Musik der drei Damen ne Menge zu bieten. Zu viel wohl für die meisten Holzhackerbuam, denn nun lies es sich auch vor der Bühne wieder gleich viel besser aushalten.

Schöne so a bisserl Beatbeeinflusster Powerpop eben... ach was sag ich Depp. Wer die Boonaraas nicht kennt der gehört eh nicht hierher auf diese merkwürdige Homepage.




Irgendwann gab es dann auch noch, so ist das bei internationalen Superstarts halt üblich, einen kleinen, aber feinen BandAiddotheyknowitschristmasallstarauftritt der Battlenaraas, oder Boodykes.


Insgesamt war das ein auf jeden Fall überaus gelungenes Konzert. Zum Ende war es gegen halbzwei geworden tun sein, (Biertechnisch hatte ich mich nach den Freitagserlebnisses zum Glück zurückgehalten) und ich war dann doch heilfroh die Nacht nicht auf dem Bahnhof verbringen zu müssen. Hey, wozu geh ich Arbeiten, da ist so ein Luxustripp nach Bamberg doch locker drin. Bin ich Punker? Hab ich Hund?? Schlaf ich auf der Straße???

Fragen die ich alle mit NEIN beantworten kann. Und deshalb ist das ganze hier auch zu

ENDE.